Ist der Nordpol noch zu retten ?

Bild :  Dirk Notz

 

Ende Februar kämpfte sich ein russischer Eisbrecher durch immer dickeres Packeis voran. Es  wirkte für den Moment alles so, wie es sein sollte.  Die Schollen türmten sich damals so hoch, dass er beinahe unverrichteter Dinge umkehren musste. Im Winter, das zeigte die Episode, kann das Gebiet rund um den Nordpol also noch immer rau und abweisend sein. Doch schon jetzt im Frühjahr bietet sich ein anderes Bild: Mit aktuell 13,26 Millionen Quadratkilometern liegt die Meereisbedeckung der Arktis aktuell auf dem zweitniedrigsten Wert seit Start der Satellitenaufzeichnungen. Auf den fünf vorderen Plätzen der Negativstatistik finden sich übrigens genau die vergangenen fünf Jahre. Der Trend in der Arktis ist klar. Die Temperaturen steigen dort weit schneller als im globalen Durchschnitt. Die Ausdehnung des Meereises im Sommer und die durchschnittliche Dicke sinken deutlich. Wie dramatisch sich das Nordpolargebiet in den kommenden Jahren im Sommer tatsächlich verändern wird, belegt eine aktuelle Studie. Demnach wird der Arktische Ozean mit hoher Wahrscheinlichkeit noch vor dem Jahr 2050 in vielen Sommern eisfrei sein – selbst wenn sich die Menschheit noch zu Klimaschutzmaßnahmen durchringen sollte, die diesen Namen verdienen.

Wenn die Menschheit mit ihren Fabriken, Autos und Flugzeugen noch etwa 1000 Gigatonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre blasen, dann ist das Nordpolgebiet im Sommer „im Mittel eisfrei“. Setzt man den aktuellen Ausstoß an Treibhausgasen an, dann ist dieser Punkt in etwa 25 Jahren erreicht

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